Männer, Körper, Gesundheit, Sexualität - Consultatio zum Welttag des Mannes
Als Mann geboren zu werden ist gesundheitsschädigend. So fassen
Männerforscher die Lage zusammen. Männer tragen wesentlich höhere
Krankheitsrisiken als Frauen und ihre Krankheiten unterscheiden sich
von den weiblichen. Männer leiden häufiger an Herzinfarkt, Lungenkrebs,
Dickdarmkrebs, Krankheiten der Leber und der Atmungsorgane. Bedenklich
ist auch die Sterblichkeitsrate: Bei Männern zwischen 15 und 65 Jahren
liegt sie mehr als doppelt so hoch wie die der Frauen. Übrigens werden
Männer auch wesentlich häufiger Opfer von Gewalttaten und Unfällen.
Kurz: Die gesundheitliche Situation ist in den westlichen
Industriegesellschaften stark vom Geschlecht abhängig.
Gründe dafür gibt es viele: Männer sind hohen Leistungsanforderungen
unterworfen, inzwischen bis ins Alter. Sie sollen Arbeit und Familie
unter einen Hut bringen und möglichst auch mit 55 noch mobil, flexibel
und sportlich sein wie die Jungen. Männer klagen über mehr beruflichen
Stress, ernähren sich ungesund, bewegen sich wenig, trinken und rauchen
viel. Vorsorgeuntersuchungen nehmen sie selten in Anspruch. Sie gehen
erst zum Arzt, wenn es nicht mehr anders geht. Deshalb herrscht etwa
bei Leiden der Prostata oder erektylen Dysfunktionen noch eine hohe
Dunkelziffer.
Auch für ihre Psyche und Seele tun sie wenig, obwohl sich in Medizin
und Psychologie inzwischen spezielle Männerärzte und -therapeuten um
deren Themen und Probleme kümmern.
Was ist los mit den Männern? Unsere Consultatio fragt nach.
Jürgen Reifarth / Fachgruppe Jungenarbeit Thüringen
Consultationes Die Akademie-Reihe "consultationes" nimmt in lockerer Folge Tagesthemen
in die Diskussion, versucht Analyse und Problemschärfung mittels
kontroverser Diskurse und sucht nach Lösungsansätzen. Der Welttag des Mannes
Am 3. November 2000 wurde erstmals der Welttag des Mannes
ausgerufen. Damit wollten Wiener Männerforscher auf die schlechte
Gesundheit der Männer und ihren Raubbau an Körper und Psyche hinweisen.
Programm
17.00 Uhr Mann macht krank
Über männliche Gesundheit, Körperbe-
wusstsein, Sexualität und Psyche
Matthias Stiehler, Deutsche Gesellschaft
für Mann und Gesundheit, Dresden
18.00 Uhr Mann macht Pause
und Frau natürlich auch
Kaffee, Tee & Gebäck
18.30 Uhr Mann macht (Gesundheits-)Politik
Warum Männer schlecht für sich sorgen
Podium Michael Panse, sozialpolitischer
Sprecher der
CDU-Landtagsfraktion, Erfurt Roland Rosenberg, Leiter der Geschäfts-
einheit Andrologie der Jenapharm
GmbH
und Co. KG, Jena Matthias Stiehler, Deutsche Gesellschaft
für Mann und Gesundheit, Dresden