Evangelische Akademie Thüringen

‹ alle Blogartikel anzeigen

Forumtheater in der Förderschule: Jede:r kann einen Unterschied machen!

  • Eine ärgerliche Szene aus dem Schulalltag: im Sportunterricht das Spiel verloren und dann auch noch ausgelacht werden. Foto: © Tippelhoffer/EAT
    Eine ärgerliche Szene aus dem Schulalltag: im Sportunterricht das Spiel verloren und dann auch noch ausgelacht werden. Foto: © Tippelhoffer/EAT
  • Vor großem Publikum wird die Szene aufgeführt und danach gemeinsam ausprobiert, wie sich die Situation verbessern lässt. Foto: Foto: © Tippelhoffer/EAT
    Vor großem Publikum wird die Szene aufgeführt und danach gemeinsam ausprobiert, wie sich die Situation verbessern lässt. Foto: Foto: © Tippelhoffer/EAT
  • Zum Abschluss gab es ein dickes Dankeschön und ein persönliches Kompliment für alle. Foto: © Schreiter/EAT
    Zum Abschluss gab es ein dickes Dankeschön und ein persönliches Kompliment für alle. Foto: © Schreiter/EAT

Das Spiel war von Anfang an unfair: Die großen Jungs alle in einer Mannschaft, und der Lehrer gibt ihnen auch noch den Ball für den ersten Wurf. Keine Chance für das andere Team, das am Ende auch noch für die Niederlage ausgelacht wird. – Solche Situationen kennen viele aus dem Schulsport.

In der Projektwoche an der CJD Christophorusschule Erfurt wurde aus dieser geteilten Erfahrung von Ungerechtigkeit eine Theaterszene. 14 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren aus verschiedenen Klassen der Förderschule brachten ihre Perspektiven ein, lernten sich bei Rhythmus- und Improvisationsübungen (neu) kennen und entwickelten innerhalb von vier Tagen zwei kurze Theaterstücke, die sie vor ihren Mitschüler:innen aufführten. Die Szenen zeigen unangenehme Alltagssituationen: die bereits Beschriebene aus dem Sportunterricht und einen Familienstreit über Zock- und Schlafenszeiten.

Das Publikum konnte sich gut in das Gespielte hineinversetzen – auch die Mitschüler:innen kennen den Frust über verlorene Spiele im Sportunterricht und den Streit mit den Eltern darüber, wann abends das Licht ausgehen soll.

In der Projektwoche wurde Forumtheater gespielt. Deshalb endete die Aufführung nicht mit Applaus. Jetzt war das Publikum gefragt: Wer kennt solche Situationen? Was läuft hier schief? Und wer hat eine gute Idee, wie man etwas verändern kann?

Die Problemlagen wurden schnell erkannt – und es mangelte nicht an kreativen Lösungsvorschlägen: etwa früher ins Bett gehen oder die Mannschaften im Sportunterricht gerechter aufteilen. Die Ideen wurden nicht nur diskutiert, sondern direkt auf der Bühne ausprobiert. Nicht alles funktionierte wie gedacht, aber die Szenen veränderten sich mit jeder neuen Idee.

So wurde schnell deutlich: Wenn etwas ungerecht ist oder schiefläuft, können eigentlich alle etwas verändern – Eltern, Lehrer:innen und Jugendliche. Man braucht nur Ideen und ein bisschen Mut!

Die Projektwoche fand im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wurde gemeinsam mit dem Fachreferenten für Politische Bildung des CJD gestaltet.