Vom Zögern zum Mut - Ein Workshop, der Perspektiven verändert

Intensive Einblicke ins Bubble-Crasher-Konzept in den Räumen der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt und inspirierender Austausch untereinander - auch für die Workshopleitung. Fotos: (c) Anne Tippelhoffer, Dominique Wollniok 
Die Gesprächs-Spaziergänge führten die Teilnehmenden zum Magdeburger Dom, in den Park und ans Elbufer. Bei schönem Frühlingswetter und mit kleinen Gesprächsanlässen ausgestattet kam es zu überraschend intensiven Begegnungen. Fotos: (c) A. Tippelhoffer
Ein Wochenende lang raus aus der eigenen Komfortzone. In Magdeburg traf sich vergangenen März eine Gruppe Erwachsener in den wunderschönen Räumen der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt zu einem intensiven Bubble-Crasher-Workshop. Zwei Tage lang drehte sich alles darum, die eigenen Denkmuster zu hinterfragen, neue Gesprächswege zu entdecken und echte Begegnungen zu wagen. Was zunächst bei vielen mit Skepsis begann, entwickelte sich im Prozess zu einer überraschend offenen und bewegenden Erfahrung.
Der erste Tag stand ganz im Zeichen der eigenen „Bubbles“, also der sozialen und gedanklichen Räume, in denen wir uns meist unbewusst bewegen. Für einige Teilnehmende war diese Auseinandersetzung herausfordernd. Eigene Vorannahmen zu erkennen, eingefahrene Perspektiven zu hinterfragen und sich ehrlich mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen, verlangte Reflexionsvermögen und stellte die Selbstwahrnehmung auf die Probe. Gleichzeitig beschrieben viele diesen Prozess als aufschlussreich, ein erster Schritt, um offener auf andere Menschen zuzugehen.
Darauf aufbauend wurden konkrete Gesprächstechniken erlernt und erprobt. Das Stellen guter, offener Fragen, Paraphrasieren und auch das klare Setzen von Grenzen durch ein respektvolles „Stopp“ gaben den Teilnehmenden Werkzeuge an die Hand, um Begegnungen bewusster und sicherer zu gestalten. In kleinen Übungen entstand ein Gefühl dafür, wie Gespräche an Tiefe gewinnen können, wenn echtes Zuhören und Interesse im Mittelpunkt stehen.
Am zweiten Tag ging es dann raus in die Stadt. Für Gesprächs-Spaziergänge auf den Straßen und Plätzen Magdeburgs, am Elbufer, im Fürstenwallpark und sogar im Magdeburger Dom wurden kurze Gesprächskonzepte und Mini-Formate vorbereitet. Die Erfahrungen fielen vielfältig aus. Von kurzen, freundlichen Blickkontakten bis hin zu halbstündigen, überraschend tiefgehenden Gesprächen waren viele spannende und unerwartete Begegnungen dabei (sogar Telefonnummern wurden ausgetauscht!!!). Einige Teilnehmende, die anfangs eher zurückhaltend und skeptisch waren, zeigten sich am Ende begeistert und überrascht vom eigenen Mut. Der Workshop hinterließ hoffentlich nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch neue Motivation, echte Begegnungen im Alltag zu suchen.