Evangelische Akademie Thüringen

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Geheimrezept: Backen und Beten

Bäckermeister Plentz erzählt von seinen Erfahrungen als Christ im Beruf. Foto: (c) Kranich/EAT
Bäckermeister Plentz erzählt von seinen Erfahrungen als Christ im Beruf. Foto: (c) Kranich/EAT

Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Oberkrämer im Landkreis Oberhavel steht in einer Reihe mit dem Altbundespräsidenten Joachim Gauck und dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Huber. Alle drei wurden mit der LutherRose der Internationalen Martin Luther Stiftung ausgezeichnet – Karl Dietmar Plentz 2025.

Am 22. April hatte die Stiftung in Kooperation mit der Katholischen und der Evangelischen Akademie Thüringen den letzteren ins Augustinerkloster Erfurt eingeladen, um mit Dr. Thadäus König (Präsident des Thüringer Landtags) über „Herausforderungen in turbulenten Zeiten als Christ in Beruf, Politik und Kirche“ zu sprechen. Moderiert von Dr. André Demut (Beauftragter der Evangelischen Kirchen im Landtag und Landesregierung im Freistaat Thüringen) entspann sich eine muntere Diskussion über weltliche Verantwortung und geistliche Grundlagen, über Arbeit und Gebet.

Dabei verriet Karl Dietmar Plentz sein Familienrezept: Backen und Beten. Thadäus König berichtete von Palmsonntagsprozessionen im Eichsfeld, dem Kreuz an der Wand im Arbeitszimmer als Landtagspräsidenten und der Kraft des Stoßgebets. Und auch der Moderator gab wiederholt Einblicke in das Verhältnis von öffentlich sichtbarer Religion und privater Frömmigkeit.

Wie Gebet und Handeln für den sozial engagierten Bäckermeister, Unternehmer und Autor zusammengehen, wurde an einer Geschichte deutlich, die er gern erzählt – in Erfurt gleich zu Beginn:

Eine Auszubildende traf ihn im Hausflur. „Herr Plentz, ich möchte, dass Sie das als Erster wissen.“ Sie habe auf einer Party jemanden geschlagen und müsse nun vor Gericht. „Und weil ich vorbestraft bin, kann mir eine Freiheitsstrafe drohen.“ Karl-Dietmar Plentz machte das, was er in solchen Situationen immer tut. „Haben Sie etwas dagegen, wenn ich für uns bete?“, fragte er seine Mitarbeiterin. Und während er betete, durchzuckte es ihn wie ein Blitz. „Ich schreibe Ihnen jetzt ein Zwischenzeugnis, das Sie vor Gericht vorlegen können“, sagte Plentz. Gesagt, getan. „Die Richterin hat in der Verhandlung das Zeugnis vorgelesen und gesagt, dass sie allein deswegen die Mitarbeiterin nur zu einer Geldstrafe verurteilte.“