Herz ist meine ganze Habe

Johannes Falk muss man lesen. Oder noch besser: Man muss ihn hören. Denn der Pädagoge, Sozialreformer und Diplomat blieb Zeit seines Lebens Literat.
Zu dieser Einsicht konnte man am 26. März in Weimar kommen. Unter der Überschrift „Dichter, Denker, Dauerbrenner“ brachte der Journalist und MDR-Thüringen-Moderator Paul Andreas Freyer im Herdersaal den „Johannes von der Ostsee“, den Menschen Falk, nahe. Vieles war dabei O-Ton: „Herz ist meine ganze Habe“ schrieb der junge Dichter als Brautwerbung an die 11 Jahre jüngere Caroline Rosenfeld. Wie schwer es ihm später ums Herz wurde, als er – bis auf zwei Töchter – alle Kinder verlor, wurde ebenso deutlich wie sein großes Herz für die vielen verwahrlosten Kinder, die er in seinem Rettungshaus aufnahm. Als „engherzig“ betrachtete er diejenigen seiner Zeitgenossen, die dafür nur wenig Verständnis aufbrachten.
Mit spitzer Feder schreibend, couragiert und zugewandt, so präsentierte Freyer, der zugleich Vorsitzender des Johannes-Falk-Vereins Weimar ist, einen Dichter, für den galt: „Eine Predigt ist keine Tat, aber eine Tat eine Predigt“. Durch den Abend führte Akademiedirektor Dr. Sebastian Kranich. Er wurde musikalisch umrahmt von Gina Sophie Gäbelein und Lisa Wolf, beide Violine, vom Musikgymnasium Weimar.
Herzliche Einladung zu den weiteren Veranstaltungen des Falk-Jahrs 2026!
Der ursprünglich für den 26. März geplante Vortrag von Prof. Dr. Holger Zaunstöck „Die Weymarischen Freunde werden ermahnet – Weimar und die Franckeschen Stiftungen zu Halle“ soll nachgeholt werden.