Kreative Wege aus der Bubble - Demokratische Verständigung durch kulturelle und politische Bildung

Zwei Teilnehmende erproben im direkten Austausch miteinander Gesprächstechniken im Bubble-Crasher-Workshop. Foto: (c) Dominique Wollniok 
Lehrer:innen und Akteur:innen aus kultureller und politischer Bildung im Hummelhaus Weimar. Foto: (c) Dominique Wollniok 
Wie fühlt sich der Übergang von einer zur anderen Bubble an? Körperarbeit im Workshop "Bubble Contact" mit Marcel Sparmann. Foto: (c) Dominique Wollniok
Gesellschaftliche Gräben werden tiefer, Echokammern enger, der Dialog schwieriger. Doch gerade in Zeiten polarisierter Debatten braucht es Räume, in denen Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen – offen, respektvoll und neugierig. Genau hier setzte die Fortbildung „Kreative Wege aus der Bubble“ an, eine Kooperation zwischen dem Programm „Kulturagent:innen Thüringen“ und dem Projekt „Bubble Crasher“. Dafür versammelten sich Lehrer:innen, Kulturschaffende sowie politische und kulturelle Bildner:innen am vergangenen Dienstag im Hummelhaus in Weimar, alle auf der Suche nach neuen Impulsen, um demokratische Dialogfähigkeit – auch in Schulen – nachhaltig zu fördern.
Bubble Crasher: Mut zum Perspektivwechsel
Nach einem lockeren Start mit kurzen künstlerischen Einstiegs- und Kennenlernmethoden lag der Schwerpunkt im „Bubble Crasher-Workshop“ auf der Vermittlung von dialogorientierten Ansätzen. Die Teilnehmenden reflektierten ihre eigenen sozialen Blasen, hinterfragten eingefahrene Sichtweisen und erprobten Strategien, um gezielt in Austausch zu kommen bzw. zu bleiben – gerade dort, wo Positionen auseinandergehen. Die Mischung aus theoretischem Input, individueller und gemeinsamer Reflexion und künstlerisch-praktischen Übungen machte deutlich, wie niedrigschwellig und zugleich wirksam kulturelle und politische Bildung gesellschaftliche Verständigung gestalten und fördern können.
Performancekunst als Werkzeug des Hinterfragens
Im Anschluss öffnete der Workshop „Bubble Contact“ des Performancekünstlers Marcel Sparmann neue künstlerische Erfahrungsräume. Mithilfe performativer Methoden wagten die Teilnehmenden den Schritt weg von gewohnten Körper- und Bewegungsbildern und experimentierten mit persönlichen, körperlichen und räumlichen Grenzen bzw. Übergängen. Diese körperlich-performative Annäherung an Fragen der Demokratiearbeit war für viele Teilnehmende neu — ein Format, das Mut macht, Unbekanntes zuzulassen und den Schritt aus der Komfortzone zu wagen.
Das Werkstattformat der Veranstaltung ermöglichte es, verschiedene methodische Zugänge aus kultureller und politischer Bildung selbst auszuprobieren. Am Ende blickten Viele auf einen Fortbildungstag zurück, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Haltungen gestärkt und kreative Denkbewegungen angestoßen hat. Die Veranstaltung machte deutlich, dass kulturelle Bildung weit mehr ist als ein ästhetisches Zusatzangebot: Sie ist ein demokratischer Erfahrungsraum, in dem Zuhören, Aushandeln und Perspektivwechsel praktisch gelebt werden können.