Neuerscheinung: Unruhestifter in Staat und Kirche: Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?

„Die etablierte Christen- und Bürgergemeinschaft muss wohl lernen, ihren Unruhestiftern zu danken. Sie lehren uns: Finde dich nicht ab mit dem, was du vorfindest.“ Mit diesen Worten aus der Predigt des Pastors Joachim Gauck, gehalten am 19. Juni 1988 beim Schlussgottesdienst des Rostocker Kirchentags, ist der Kern des neu erschienenen Tagungsbandes „Unruhestifter in Staat und Kirche“ berührt: Der von Gauck verwendete Begriff des Unruhestifters steht stellvertretend für die Vielfalt an Gruppen und Kreisen, die sich kritisch mit ihren Kirchen, mit der DDR-Gesellschaft und den Verhältnissen im sozialistischen Staat auseinandergesetzt haben.
Sie standen im Mittelpunkt der Frage „Unruhestifter in Staat und Kirche. Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?“, die vom 4. bis 6. November 2022 auf einer Tagung in Neudietendorf bei Erfurt erörtert wurde. Sie war gemeinsam von der Evangelischen Akademie Thüringen und der Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit“ am Institut für Praktische Theologie der Universität Leipzig verantwortet sowie in ökumenischer Zusammenarbeit und Absicht inhaltlich vom Katholischen Forum im Land Thüringen, der Akademie des Bistums Erfurt, und der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt mitvorbereitet worden.
Der Band enthält Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Theologie, Soziologie und Zeitgeschichte, aber auch von erinnerungspolitischen Akteurinnen und Akteuren sowie Zeitzeugen und lässt sich hier open access – mit freiem Zugang – studieren: Unruhestifter in Staat und Kirche: Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?