Evangelische Akademie Thüringen

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Prekäre Arbeit – Schaut hin!

  • „Prekäre Arbeit – Wohlstand hat seinen Preis. Schaut hin!“ Informationskampagne des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) und des Evangelischen Verbandes Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA).
    „Prekäre Arbeit – Wohlstand hat seinen Preis. Schaut hin!“ Informationskampagne des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) und des Evangelischen Verbandes Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA).
  • Kampagnenmotiv: Prekäre Arbeit in der in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP).
    Kampagnenmotiv: Prekäre Arbeit in der in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP).
  • Kampagnenmotiv: Prekäre Arbeit in der häuslichen Pflege.
    Kampagnenmotiv: Prekäre Arbeit in der häuslichen Pflege.
  • Prekäre Arbeit - Schaut hin! Eine Fürbitte.
    Prekäre Arbeit - Schaut hin! Eine Fürbitte.

Schöne neue Arbeitswelt! Der Spruch war wohl noch nie ganz ernst gemeint. Zum 1. Mai ist es aber angebracht, sich die gelebte Arbeit einmal ganz genau anzuschauen. Nicht alle können schließlich die KI für sich arbeiten lassen… „Leistung“, „Flexibilität“, „Eigenverantwortung“ – die Anforderungen an Arbeitende bleiben hoch. Manchmal zu hoch, wenn man bedenkt, unter welchen Voraussetzungen viele arbeiten müssen. Gerade wenn der Arbeitsmarkt schwächelt, erhöht sich der Druck noch weiter.

Viele Arbeitende erleben auch ohne aktuelle Wirtschaftskrisen Zustände, die den Arbeitsplatz zum Angstgegner machen. Niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und keine Aussicht auf Besserung – das sind die Perspektiven, die in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Politik schon im wirtschaftlichen „Normalbetrieb“ zu oft hinten runterfallen. Und jetzt auch das noch: In der Krise fordern führende Politiker und Interessenverbände, mehr und länger zu arbeiten.

KWA-Kampagne: „Prekäre Arbeit – Wohlstand hat seinen Preis. Schaut hin!“

„Prekäre Arbeit – Wohlstand hat seinen Preis. Schaut hin!“ Mit dieser Informationskampagne wollen der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai den Blick dorthin lenken, wo (nicht selten unbezahlte) Mehrarbeit noch nie weg war und das tägliche Arbeiten sicher nicht mit „Selbstverwirklichung“ zu verwechseln ist.

In Deutschland arbeiten schätzungsweise mehrere Millionen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, wie zum Beispiel in Teilzeitjobs, Leiharbeit oder Minijobs. Die genaue Zahl kann variieren, aber Berichte deuten darauf hin, dass es sich um etwa 7 bis 8 Millionen Menschen handeln könnte, die in solchen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Hier drei ausgewählte Beispiele:

Von den prekären Arbeitskräften kommen viele aus Osteuropa. Schätzungen zufolge könnten mehrere Hunderttausend bis über eine Million dieser Arbeitskräfte aus Ländern wie Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn oder der Slowakei stammen. Sie sind so unentbehrlich für uns, wie sie unsichtbar sind. Es ist wie auf einem großen Kreuzfahrtschiff: Von den bis zu 2.000 Besatzungsmitgliedern bekommen Sie als Fahrgast nur einen Bruchteil zu Gesicht.

Heute ungesehene Zumutungen können schon morgen die eigene Arbeitsrealität sein

Prekäre Arbeit ist oft das Ergebnis von Globalisierung und der Suche nach Kostensenkungen. Auch Deregulierung unter den Etiketten der „Entbürokratisierung“ oder der „Wettbewerbsfähigkeit“ gehört zu den Ursachen. Unternehmen lagern Arbeitsplätze aus, setzen auf kurzfristige Verträge und minimieren ihre Verantwortung gegenüber den Beschäftigten. Dies führt zu einer Entwertung von Arbeit und einem Anstieg von Armut trotz Vollzeitbeschäftigung.

Wir müssen diese Themen offensiv ansprechen und uns für eine solidarische Gemeinschaft einsetzen, die für faire Arbeitsbedingungen und ein gerechtes Wirtschaftssystem sorgt. Denn was wir anderen ungesehen zumuten, kann schon morgen unsere Arbeitsrealität sein!


Im Downloadbereich finden Sie die aktuelle Pressemitteilung des KWA zum 1. Mai 2026. Weitere Informationen, Materialien und Handreichungen finden Sie auf der zentralen Kampagnen-Website des KWA: