Evangelische Akademie Thüringen

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Sie ist eröffnet! Ausstellung "Die Hutterer" im Zinzendorfhaus

  • Den einführenden Vortrag zur Thematik der Hutterer hielt die Kuratorin Sophie Potente (Luthermuseen Wittenberg). Foto: (c) Kreyßler/EAT
    Den einführenden Vortrag zur Thematik der Hutterer hielt die Kuratorin Sophie Potente (Luthermuseen Wittenberg). Foto: (c) Kreyßler/EAT
  • Der Fotograf Tim Smith hatte per Videokonferenz das Wort. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Der Fotograf Tim Smith hatte per Videokonferenz das Wort. Foto: (c) Zubarik/EAT
  • Das größte der Bilder ist im Chorsaal des Zinzendorfhauses zu sehen. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Das größte der Bilder ist im Chorsaal des Zinzendorfhauses zu sehen. Foto: (c) Zubarik/EAT
  • Bei der Führung durch die Ausstellung verwies Sophie Potente auf viele Details und beantwortete Fragen. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Bei der Führung durch die Ausstellung verwies Sophie Potente auf viele Details und beantwortete Fragen. Foto: (c) Zubarik/EAT
  • Nachgespräche in der Cafeteria bei Getränken und Snacks. Foto: (c) Kreyßler/EAT
    Nachgespräche in der Cafeteria bei Getränken und Snacks. Foto: (c) Kreyßler/EAT

Die Abbildung einer jungen Frau in traditioneller Kleidung wie vor 100 Jahren, tief im Schlamm vor einem Silo – aber da ist noch ein Detail auf dem Bild, und das wirft Fragen auf, denn die junge Frau trägt ein modernes Tattoo. Was ist der Hintergrund dieser Szenerie, wie ergibt sich diese Zusammenschau von zeitlicher Diskrepanz?

Die beschriebene Aufnahme ist eine der über 40 Fotografien, die zur Zeit im Zinzendorfhaus Neudietendorf ausgestellt sind. Sie stammen vom kanadischen Künstler Tim Smith, der seit 15 Jahren immer wieder Aufnahmen in den Hutterer-Gemeinschaften seiner Umgebung in Manitoba macht und Momente in deren Alltag, aber auch deren religiösem Leben festhält. Insbesondere geht es bei der Auswahl der Bilder um den Kontrast von Tradition und moderner Welt, dem die Mitglieder der hutterischen Täufergemeinschaften ausgesetzt sind, denn trotz ihrer abgeschiedenen Lebensweise und den strengen Regeln des Zusammenlebens haben auch bei ihnen moderne Medien und Technologien Einzug gehalten.

Am 3. September wurde die Ausstellung „Die Hutterer – Alter Glaube, neue Welt“, die vom Alten Rathaus in Wittenberg nach Neudietendorf wanderte, feierlich eröffnet: Nach der Begrüßung durch Akademiedirektor Dr. Sebastian Kranich führte die Kuratorin des Luthermuseums Wittenberg, Sophie Potente, in die Thematik ein. Sowohl zu den Hintergründen der hutterischen Gemeinschaften in Nordamerika als auch zur Entstehung der Ausstellung berichtete sie detailliert.

In der anschließenden Online-Zuschaltung von Tim Smith konnte das Publikum mehr erfahren über die langjährigen Kontakte des Künstlers zu den Hutterern und über die Bedingungen seiner fotografischen Arbeit.

Musikalisch begleitete die Pianistin Elina Serebriakova von der Musikhochschule Weimar mit Stücken von Bach und Beethoven den Abend.

Nach den informativen Programmteilen im Chorsaal ging es zur Besichtigung der Bilder in die Gänge und Winkel des Zinzendorfhauses. Sophie Potente wusste zahlreiche Anekdoten zu den Bildern zu erzählen, verwies auf viele weitere Details und konnte auf die interessierten Nachfragen der Gäste antworten. Die Vernissage endete in der Cafeteria bei einem Umtrunk und weiteren Gesprächen.

Noch bis 15. Dezember können die Bilder im Zinzendorfhaus Neudietendorf besichtigt werden; sie hängen im Chorsaal, in den Gängen und Arbeitsräumen des Obergeschosses, im Erdgeschoss, der Cafeteria und im Speisesaal. Der Besuch ist kostenfrei und zu den Öffnungszeiten des Zinzendorfhauses möglich.