Evangelische Akademie Thüringen

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Was es in der DDR bedeutete, "vom anderen Ufer" zu sein

  • Der zweite Filmabend der Reihe fand im "Schambrowski" in Erfurt statt. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Der zweite Filmabend der Reihe fand im "Schambrowski" in Erfurt statt. Foto: (c) Zubarik/EAT
  • Insbesondere junges Publikum zeigte sich an den Filmabenden in Jena und Erfurt sehr interessiert. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Insbesondere junges Publikum zeigte sich an den Filmabenden in Jena und Erfurt sehr interessiert. Foto: (c) Zubarik/EAT
  • Beim anschließenden Austausch kamen die Regisseurin Barbara Wallbraun, Katharina Kempken und Dr. Teresa Tammer mit dem Publikum ins Gespräch. Foto: (c) Zubarik/EAT
    Beim anschließenden Austausch kamen die Regisseurin Barbara Wallbraun, Katharina Kempken und Dr. Teresa Tammer mit dem Publikum ins Gespräch. Foto: (c) Zubarik/EAT

An drei Abenden zeigte die Thüringer Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Ev. Akademie Thüringen den preisgekrönten Dokumentarfilm „Uferfrauen. Lesbisches L(i)eben in der DDR“. Die Regisseurin Barbara Wallbraun begleitet darin sechs Protagonistinnen, die in Groß- und Kleinstädten in Nord und Süd der ehemals sozialistischen Republik lebten und jede Menge zu erzählen haben: Christiane aus Berlin, Carola aus Dresden, Pat aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Elke und Langzeit-Paar Sabine und Gisela aus Sachsen-Anhalt. Die Frauen lassen das Publikum an ihrem damaligen Lebensalltag teilhaben, an ihrem Kampf um Selbstbestimmung, der ersten Liebe, unkonventioneller Familienplanung sowie Konflikten mit der SED und dem Gesetz. Wallbraun lässt mit ihrer filmischen Arbeit ein Stück unerzählter (ost)deutscher Geschichte lebendig werden.

Genau diese Geschichte(n) zogen zahlreiches, größtenteils junges Publikum an. Bei den Vorführungen in Jena (Kino im Schillerhof, 1.10.), Erfurt (Schambrowski, 2.10.) und Bad Langensalza (Burgtheater, 8.10.) waren die Säle gut gefüllt und der anchließende Applaus lang und herzlich. Im Publikumsgespräch, bei dem die Regisseurin anwesend war, wurden Nachfragen zu den Protagonistinnen, aber auch zur Arbeit an den Interviews, den Auswahlkriterien und dem künstlerischen Schnitt gestellt.

In Jena und Erfurt mit dabei waren Dr. Teresa Tammer, stellvertretende Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die das Thema Homosexualität in der DDR wissenschaftlich erforscht hat, und Katharina Kempken vom Thüringer Archiv für Zeitgeschichte, die zum historischen Kontext ergänzte. In Bad Langensalza moderierte Dr. Theresia Piszczan, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Erfurt.