Evangelische Akademie Thüringen

Publikationen zum Thema »Theologie, Geschichte und Politik«

Kirchliche Praxis in der DDR – Forschungen (Hg.)

Unruhestifter in Staat und Kirche

Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?

Herausgegeben von Alexander Deeg, Martin Fischer, Ilse Junkermann, Sebastian Kranich, Niklas Wagner

324 Seiten

Erhältlich als gedruckte, gebundene Ausgabe oder als PDF im open access.


Die Kirchen und die oppositionellen Gruppen in der DDR

Sie waren ein Ärgernis. Der SED-Staat fühlte sich durch sie bedroht. In der Kirche gingen die oppositionellen Gruppen vielen zu weit. Zu politisch, zu radikal, zu wenig fromm: So lauteten die Vorwürfe. Nach 1989 hatten sie dann kaum eine Chance im Politikbetrieb. Ihre Ideen von Gemeinschaft, von Frieden, Gerechtigkeit und Umwelt: Waren das nicht christliche Utopien?
Doch gerade ihr religiös-politischer Doppelcharakter sowie ihre Basisstruktur und ihre Netzwerke machen die Gruppen interessant: für eine solidarische Gesellschaft und eine Kirche in Bewegung, die auch für ungetaufte Engagierte offen ist.
Welche Erfahrungen und Ideen von einst lohnt es zu erinnern? Welche davon können transformiert und für heute fruchtbar gemacht werden? Welche Potentiale für heutige Diskurse in Kirchen und Gesellschaft liegen in diesen Erfahrungen?
Diesen Fragestellungen widmet sich dieser Tagungsband, mit Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Theologie, Soziologie und Zeitgeschichte, aber auch von erinnerungspolitischen Akteurinnen und Akteuren sowie Zeitzeugen.


ISBN 978-3-534-64320-2

Kirchliche Praxis in der DDR – Forschungen

Eine Reihe, die sich dem Thema „Kirchliche Praxis in der DDR“ widmet, bildete bisher ein Desiderat. Die Erfahrungen und Entwicklungen in der DDR sind zunächst in hohem Maße (kirchen )historisch relevant, um das religiöse Feld im wiedervereinigten Deutschland angemessen verstehen zu können. Die Reihe zielt auf eine differenzierte Wahrnehmung damaliger Prozesse, ihre Einbettung in deutsch-deutsche und europäische Kontexte sowie ihre langen Linien der Nachwirkung in heutige ostdeutsche Kirchlichkeiten. Wissenschaftliche Forschung ist keine Erinnerungspolitik, aber sie kann im besten Falle zur Anregung und Kritik kulturell formierter Erinnerung werden – für die Kirchen wie auch für eine breitere Öffentlichkeit.

Eine Wahrnehmung der vielfältigen und widersprüchlichen Entwicklungen ist nach den Abbrüchen der Wissensweitergabe, der Institutionen des Diskurses und vieler kirchlicher Strukturen in den 1990er Jahren aber ebenso relevant im Hinblick auf die Herausforderungen für Kirche und Theologie in der Gegenwart. Säkularisierung in Ost und West ist in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Prozessen verlaufen, aber die Minderheitensituation ist nunmehr ein gesamtdeutsches Phänomen.

In der Publikationsreihe Kirchliche Praxis in der DDR – Forschungen (KiPrDDR.F) werden daher zunächst die Tagungen der Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR“ dokumentiert. Weitere Sammelwerke und Monographien sollen sich anschließen und die Reihe zu einem interdisziplinären Forum für historische und theologische Forschung zu kirchlicher Praxis in der DDR werden lassen. Ergänzt und methodisch erweitert wird die Reihe durch Kirchliche Praxis in der DDR – Quellen (KiPrDDR.Q), eine zweite Schriftenreihe, in der Texte aus der kirchlichen Praxis in der DDR historisch-kritisch ediert werden, um sie der interdisziplinären Forschung, aber auch weiteren kirchlichen und gesellschaftlichen Diskursen zugänglich zu machen. Die Quelleneditionen gliedern sich entlang zentraler praktisch-theologischer Themenfelder und sollen dadurch die Erfahrungen, Reflexionen und Programme von Kirche und Christentum in der DDR zugänglich machen.

Bei Vorschlägen für die Publikation von Bänden in einer der beiden Reihen wenden Sie sich gerne an den geschäftsführenden Herausgeber PD Dr. Benedikt Brunner (Mainz), bbrunner@uni-mainz.de

Herausgeber:innen:

Prof. Dr. Tobias Braune-Krickau (Greifswald)
PD Dr. Benedikt Brunner (Mainz)
Prof. Dr. Alexander Deeg (Leipzig)
Prof. Dr. Andrea Hofmann (Basel)
Dr. Kerstin Menzel (Leipzig)
Prof. Dr. Markus Schmidt (Bielefeld-Bethel)