Evangelische Akademie Thüringen

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Akademie auf dem Katholikentag

  • Im Gespräch über Demokratie:  (v.l.) Darina Isserlis, Schulamt Ostthüringen, Stephan Kramer, Verfassungsschutz, und Konrad Brakhage, von der Ev. Jugend, der moderierte. Foto: © Schlachta/EAT
    Im Gespräch über Demokratie: (v.l.) Darina Isserlis, Schulamt Ostthüringen, Stephan Kramer, Verfassungsschutz, und Konrad Brakhage, von der Ev. Jugend, der moderierte. Foto: © Schlachta/EAT
  • Dr. Annika Schreiter von der Ev. Akademie eröffnete die Fishbowl-Diskussion im Refektorium des Predigerklosters. Foto: © Schlachta/EAT
    Dr. Annika Schreiter von der Ev. Akademie eröffnete die Fishbowl-Diskussion im Refektorium des Predigerklosters. Foto: © Schlachta/EAT

Verfassungsschutz, Antifa und Schulamt sind keine Mischung, die gemeinhin vorkommt. Sie klingt auch nicht unbedingt nach konstruktivem Austausch. Bei der Werkstatt „Wer schützt unsere Demokratie?“ im Zentrum Junge Lebenswelten auf dem Katholikentag gelang aber genau das.

Gemeinsam mit dem Jugendpolitischen Team des bejm vorbereitet fand die Veranstaltung als Fishbowl-Diskussion statt. Die Diskutant:innen sitzen dabei in der Mitte und wer etwas sagen möchte, kann sich jederzeit dazusetzen. Zu Beginn waren in den Kreis Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Darina Isserlis, zuständig für Demokratiebildung am Schulamt Ostthüringen, und Franzi Reich von AIS (Antifaschistisch-Initiativ-Solidarisch) aus Kahla eingeladen.

Franzi Reich wies darauf hin, dass es vielleicht etwas paradox sei, dass sie mit dem Verfassungsschutz über den Schutz der Demokratie rede. Daraufhin erwiderte Stefan Kramer: „Ich bin auch Antifaschist!“ Das gemeinsame Ziel einer demokratischen, vielfältigen Gesellschaft war so von Anfang an deutlich gesetzt. Die Wege und Strategien dahin waren freilich unterschiedlich, genau wie die Perspektiven und Problemanzeigen, die die Teilnehmenden mitbrachten.

So ging es unter anderem um die Schwierigkeiten, Hass und Hetze im Netz einzudämmen. Und darum, wie mit rechtsradikalen Schüler:innen umgegangen werden kann. Eine Mutter aus Thüringen berichtete aus dem Schulalltag ihrer Tochter, in dem rechtsradikale Symbole und Parolen häufig vorkommen und die Klassenlehrerin nichts entgegensetzt. „Ich bin in einer Diktatur aufgewachsen“, sagte die Mutter. „Ich weiß, wie es ist, wenn man zuhause das eine sagt und in der Schule das andere. Ich sehe das wieder kommen. Und eigentlich ist es schon da!“ Darina Isserlis stand hier mit Tipps für Hilfsangebote zur Seite und erläuterte auch, wie der schwierige, aber mögliche schulpädagogische Weg aussehen kann. Nämlich ganz klar in dieser Sache: Rechtsextremistische Äußerungen sind verboten und Schule muss hier Haltung für Demokratie zeigen! Und gleichzeitig aber versuchen, auch die Schüler:innen, die solches äußern, nicht als Menschen abzulehnen.

Am Ende der anderthalbstündigen Diskussion haben viele der Anwesenden im inneren Kreis gesessen und zur Diskussion beigetragen. Deutlich wurde, dass es viele braucht, um die Demokratie zu schützen und auch viele unterschiedliche Strategien: von Empathie in der Alltagsbegegnung bis Fachexpertise im Umgang mit denen, die den Boden des Grundgesetztes verlassen. Und vom gegenseitigen Aufrichten der Gleichgesinnten bis dahin, auch in die Gespräche und an die Stammtische zu gehen, wo es unbequem wird.