Auf dem Weg zu inklusiven und barrierearmen Bildungsräumen

Politische Bildung für alle! Das ist ein Anliegen, das viele Bildungsträger prinzipiell unterschreiben würden. Doch wie sieht es in der Realität aus? Ist dieser Anspruch überhaupt umsetzbar und was heißt das für einzelne Angebote und Veranstaltungen?
Damit beschäftigte sich bei der Forumstagung „Kritische politische Bildung im Ringen um Zukunft“ vom 21.-23. März in Hofgeismar ein Workshop, organisiert von Mitgliedern der Innovationsgruppe „Inklusive politische Bildung“ der Evangelischen Akademien in Deutschland.
Mark Medebach (EAD Berlin), Nadja Ahmad (Ev. Akademie Hofgeismar) und Sabine Zubarik (Ev. Akademie Thüringen) berichteten aus den derzeitigen Debatten und Praxiserfahrungen in der Akademiearbeit und lenkten den Blick darauf, wie Bildungsräume inklusiver und barriereärmer gestaltet werden können und welche Voraussetzungen es dafür braucht.
Bewusst sprachen sie dabei nicht von Barrierefreiheit, denn diese ist mit heterogenen Gruppen schwer zu erreichen; des einen Brücke kann nämlich des anderen Hürde sein: So ist z.B. eine Online-Veranstaltung für einige Menschen von Vorteil, weil sie keine Anfahrtswege und weniger Kosten auf sich nehmen müssen, doch Personen, denen die technische Ausrüstung oder auch der gewohnte Umgang mit diesem Format fehlt, sind eventuell benachteiligt. Der Blick auf mögliche Hürden unterschiedlicher Individuen und das Anstreben einer Barrierearmut für eine möglichst große Bandbreite von potentiellen Teilnehmenden sind daher ein guter Kompromiss.
Ebenso wurde im Austausch betont, dass jeder kleine Schritt in die richtige Richtung wertvoll ist und der Hang zum Perfektionismus, es allen gleichermaßen recht machen zu wollen, eher Frust auslöst, zumal die Bedingungen nicht immer ideal sind, was technische, personelle oder finanzielle Ressourcen betrifft. Manchmal kann schon mit geringem Aufwand dafür gesorgt werden, dass Menschen sich willkommen füllen, z.B. wenn man im Vorfeld nach ihren Bedarfen fragt, sie in die Planung und Umsetzung einbindet und bei der Auswertung darüber spricht, was gut lief und was noch verbessert werden kann.
Die Innovationsgruppe „Inklusive politische Bildung“ erstellt derzeit ein Papier zum Thema und plant eine Arbeits- und Vernetzungstagung im Herbst diesen Jahres.