Evangelische Akademie Thüringen

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Pen & Paper-Rollenspiele in der Jugendarbeit

Es gibt unglaublich viele Pen & Paper-Systeme mit ganz unterschiedlichen Spielprinzipien und Hintergrundgeschichten. Einige wurden im Workshop vorgestellt und manche sogar ausprobiert. Foto © Schreiter/EAT
Es gibt unglaublich viele Pen & Paper-Systeme mit ganz unterschiedlichen Spielprinzipien und Hintergrundgeschichten. Einige wurden im Workshop vorgestellt und manche sogar ausprobiert. Foto © Schreiter/EAT

Gamebased Learning – also Lernen durch Spielen – hat einen festen Platz in der Jugendbildung der Evangelischen Akademie. Eine der Spielarten im Repertoire sind Pen & Paper-Rollenspiele. Seit Jahren wird in der Akademie das eigene Spielsystem rund um den fiktiven Stadtstaat Tiamast weiterentwickelt und -gespielt, in dem es um die Auseinandersetzung mit Grundrechten geht. Diese Erfahrungen wurden nun mit dem Fachwissen des Institut Spawnpoint für Spiel- und Medienkultur zusammengefasst und in einer gemeinsamen Fortbildung an Jugendmitarbeiter:innen weitervermittelt.

Beim Pen & Paper-Rollenspiel tauchen Spieler:innen in fantastische Welten ein und Entwickeln die Geschichte der eigenen Spielfigur beständig weiter. Seit Beginn der 1980er Jahre ist die Begeisterung für Spielsysteme wie „Dungeons & Dragons“ bei Jugendlichen (und vielen Erwachsenen) ungebrochen. Im Pen & Paper kombinieren sich spannende Geschichten, soziale Interaktion, Spielfreude und die Herausforderungen eines komplexen Spiels. Auch in pädagogischen Kontexten werden diese Spielformen immer wieder erfolgreich eingesetzt. Mögliche Anwendungsgebiete sind kulturelle und politische Bildung, Identitätsarbeit, Rollenexperimente und Sensibilitätsthemen. Themen, Settings und Fragestellungen sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

In der Fortbildung wurde gemeinsam gespielt, diskutiert, Ansätze direkt in der eigenen Arbeit ausprobiert und das anschließend reflektiert. Dabei zeigte sich, Pen & Paper-Rollenspiele sind nicht für alle geeignet. Es braucht ein Faible für fantastisches Erzählen und die Bereitschaft, sich auf eine neue Erfahrung einzulassen. Dann aber kann man mit großem Abstand zu sich selbst und dem eigenen Alltag spannende Abenteuer erleben und dabei Erkenntnisse über sich selbst und die Realität gewinnen. „Besonders toll ist die Selbstwirksamkeit, die die Kinder erfahren, weil sie nicht nur Teil der Geschichte sind, sondern jede ihrer Entscheidungen und Handlungen die Geschichte erst möglich macht“, berichtete eine Schulsozialarbeiterin aus ihren Erfahrungen mit einer Mädchengruppe im Hort.

Für alle, die den Workshop verpasst haben: Wegen der großen Nachfrage gibt es eine Wiederholung im November, für die man sich jetzt schon vormerken lassen kann!