Ein Gespräch zum Aufrollen - Bubble Crasher beim Festival OSTEN

Fragen, Austausch und Interaktionen entlang der Papierrolle. Foto: (c) EAT 
Geschriebene Mikro-Gesprächskarten. Foto: (c) EAT 
Festivalgelände im Kraftwerk Zschornewitz. Foto: (c) EAT 
Gesprächsteilnehmende an der Papierrolle. Foto: (c) EAT 
Gespräche im Format "Bubble-Date". Foto: (c) EAT
Am 19. und 20. September war das Bubble Crasher-Projekt beim Festival OSTEN im Kraftwerk Zschornewitz in Sachsen-Anhalt zu Gast. Das Festival fand kurz nach der Landtagswahl statt und widmet sich seit 2022 Geschichten, Veränderungen und Zukunftsfragen des ostdeutschen Raums.
Das Kraftwerk bot dafür einen besonderen Ort, denn zwischen Industriearchitektur, Performances, Installationen, Gesprächen und Aktionen entstand eine Atmosphäre „für gegenseitiges Interesse“, wie es auch im Untertitel des Festivals beschrieben wird. Ein guter Ort, um zwei neue Formate auszuprobieren, die Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch bringen.
Im Begegnungsspiel „Bubble-Date“ treten jeweils zwei Menschen, die sich noch nicht so gut kennen, gemeinsam an eine lange Papierrolle. Sie ist Spielfeld, Gesprächsanlass und Interaktionsfläche zugleich. Kaum war die Rolle ausgerollt, standen sich die ersten Paare gegenüber. Schritt für Schritt spielten sie sich durch Fragen und kleine Aufgaben, positionierten sich, fragten nach, tauschten sich aus, trafen Entscheidungen und schrieben kleine Botschaften aneinander.
An der zweiten Station konnten jeweils vier Menschen ein geschriebenes Mikro-Gespräch miteinander führen, ohne sich direkt zu begegnen. Fragen, Antworten und Gedanken wurden auf Karten notiert und anschließend an der Dialogstation ausgehängt. So entstanden nach und nach sichtbare Gespräche aus vielen Stimmen. Die Karten mit den fertigen Gesprächen konnten später mitgenommen werden.
Begegnung ist nicht selbstverständlich. Eine gestaltete Rahmung, Struktur oder Anlass in Form eines Spiels, einer Frage oder einer ungewohnten Konstellation, haben das Potential, Menschen aus ihren vertrauten Bahnen zu bringen und einen Kontakt, eine temporäre Überschneidung herzustellen, die sonst vielleicht nicht entstanden wären.
Der Stadtteil Bitterfeld-Wolfen Nord und das Kraftwerk Zschornewitz als Festivalstandorte wurden für drei Wochenenden zu einem dichten Geflecht aus Kunst, Kultur, Diskussion, Intervention und Begegnung. Die Bubble-Crasher-Aktion setzte darin zwei kleine Anlässe und Impulse und hoffentlich Begegnungen, die über den Moment hinauswirken.