Politische Bildung und Begegnung in ländlichen Räumen - Fachlicher Austausch zum Abschluss des Projekts Landwandel

Den Auftakt machte David Jugel von der John-Dewey-Forschungsstelle in Dresden. Foto: (c) Zubarik/EAT 
Auf dem Podium diskutierten, moderiert von Mark Medebach: David Jugel, Anne Vaupel-Meier, Dr. Sabine Zubarik und Dr. Kerstin Schimmel (v.l.n.r.). Foto: (c) Tippelhoffer/EAT 
Der Workshop "Bubble Crasher" probierte Gesprächsmethoden in der Erfurter Innenstadt aus. Foto: (c) Tippelhoffer/EAT 
Beim Workshop mit Friederike Schorr vom Kulturhanse-Projekt ging es um Dritte Orte für Begegnung. Foto: (c) Zubarik/EAT 
Was tun bei Anfeindungen? Mandy Merker und Johanna Sell von der Aktion Zivilcourage e.V. standen im Workshop Rede und Antwort. Foto: (c) Zubarik/EAT 
Organisiert wurde die Fachtagung im Augustinerkloster Erfurt von der Steuerungsgruppe Landwandel: Dr. K. Schimmel, Dr. S. Westermann, Dr. T. Flehinghaus-Roux, Dr. S. Zubarik, Dr. E. Gummelt, M. Medebach. Foto (c) Schidek/EAD
Wer Bildungsarbeit außerhalb der städtischen Ballungszentren anbietet, weiß: Den „ländlichen Raum“ gibt es nicht, denn ländliche Räume sind vielfältig und verändern sich rasant; ebenso die Anforderungen an eine wirksame politische Bildung.
Das Modellprojekt Landwandel der Evangelischen Akademien Deutschlands e.V. erprobte die letzten zwei Jahre thematische Zugänge mit dem Format „Wander- und Begegnungswerkstatt“ in acht unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Zum Projekt gehören auch regelmäßige Fachtagungen für den fachlichen Austausch und die Vernetzung.
Vom 29. bis 30. September fand die diesjährige Fachtagung in Erfurt im Augustinerkloster mit über 30 Teilnehmenden aus ganz Deutschland statt. Sie brachte Akteur:innen aus Bildungspraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Fragen wie diese zu diskutieren: Worauf kommt es in der Praxis bei der Bildungsarbeit auf dem Land an? Welche Rolle spielen „Dritte Orte“ als Räume für Bildung und Begegnung? Wie begegnen wir Anfeindungen und sichern demokratische Räume? Und wie bringen wir Menschen aus verschiedenen „Bubbles“ ins Gespräch?
Den Auftakt machte David Jugel, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie an der TU Dresden, mit einem Input, bei dem Schlüsselbegriffe fielen, die während der gesamten Tagung immer wieder aufgegriffen wurden, wie z.B. die „Rucksackveranstaltung“, die für eine mobile und flexible Bildungsarbeit steht.
Beim anschließenden Podium tauschten David Jugel, Anne Vaupel-Meier (Leiterin Bildung und Vermittlung im Grenzmuseum Schifflersgrund), Dr. Kerstin Schimmel und Dr. Sabine Zubarik (Studienleiterinnen der Ev. Akademien Sachsen und Thüringen) ihre wichtigsten Thesen und Erfahrungen aus der Praxis aus. Einig waren sie sich vor allem darin, dass bei allen Unternehmungen genug Zeit für niedrigschwelligen zwischenmenschlichen Austausch sein muss – und dass bei der Planung genau hingeschaut werden muss, welche Bedingungen vor Ort herrschen und wer als Ansprechpartner:in eingebunden sein sollte.
In insgesamt vier Workshops konnten Gesprächsmethoden aus dem Bubble Crasher-Projekt (mit Anne Tippelhoffer) direkt vor Ort ausprobiert werden, über Dritte Orte als Begegnungsmöglichkeit und Räume der Teilhabe und Selbstwirksamkeit (mit Friederike Schorr vom Kulturhanse-Projekt) nachgedacht werden oder mehr über Schutz- und Sicherheitskonzepte bei Anfeindungen und Bedrohungen (mit Mandy Merker und Johanna Sell, Aktion Zivilcourage e.V.) erfahren werden.
Organisiert wurde die Fachtagung von der Steuerungsgruppe des Projekts Landwandel, gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung.