Evangelische Akademie Thüringen

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Zwischen Seifenblasen und Kehrmaschine - Realitäts-Check im Bubble-Crasher-Workshop

  • Workshop-Teilnehmende in Aktion auf Erfurter Petersberg und Domplatz. Foto: (c) Tippelhoffer/EAT
    Workshop-Teilnehmende in Aktion auf Erfurter Petersberg und Domplatz. Foto: (c) Tippelhoffer/EAT
  • Wie können wir im öffentlichen Raum miteinander ins Gespräch kommen? Die Teilnehmenden hatten inspirierende und mutige Ideen. Foto: (c) Tippelhoffer/EAT
    Wie können wir im öffentlichen Raum miteinander ins Gespräch kommen? Die Teilnehmenden hatten inspirierende und mutige Ideen. Foto: (c) Tippelhoffer/EAT

Unter dem Motto „Aufbruchsstimmung. Global denken, künstlerisch erforschen, lokal verändern“ lud die LKJ Thüringen am 1. September 2026 zum Praxisforum der Kulturagentinnen Thüringen in die DEF.Inition auf dem Petersberg in Erfurt ein. Schulleitungen, Lehrkräfte und Kulturschaffende kamen zusammen, um sich inspirieren zu lassen, neue Perspektiven auf kulturelle Bildung zu gewinnen und praxisnahe Ideen für den kreativen Schulalltag zu erproben. Im Mittelpunkt standen dabei die Verbindungen von kultureller Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Global Citizenship Education (GCE).

In diesem Rahmen kamen ca. 20 Schüler:innen und Lehrer:innen auch zu einem herausfordernden Perspektivwechsel und einer Methodenwerkstatt im Schnelldurchlauf zusammen. Im Workshop „Bubble-Crasher-To-Go“ verließen sie das geschützte Klassenzimmer und machten Petersberg und Domplatz zu Experimentierfeldern, inklusive aller Störungen, Wirrungen und Zufälle von öffentlichen Räumen. Auf dem Domplatz schrubbte sich eine Kehrmaschine über den Platz, gefolgt von rasselnden Gemüsewägen der Markthändler und Kommentaren von neugierigen Passant:innen.

Der interaktive Spaziergang verband Workshop-Elemente mit spontanen Interventionen und Gesprächsimpulsen. Die Zeit war knapp und dennoch stellten sich die Teilnehmenden recht schnell verschiedenen Aufgaben, bei denen sie zeitweise ihre Komfortzone verließen. Passant:innen freundlich grüßen, Gesprächsfetzen sammeln, ungewöhnliche Fragen stellen oder sich auf kurze Begegnungen einlassen – die Gruppe war experimentierfreudig und offen für Gespräche.

Dabei ging es nicht darum, andere Menschen von der eigenen Meinung zu überzeugen. Bubble Crasher setzt dort an, wo wir beginnen, unsere eigenen Perspektiven und Annahmen zu hinterfragen. Das Projekt bewegt dazu, die eigenen sozialen und gedanklichen Bubbles wahrzunehmen, Perspektiven zu wechseln und Menschen mit anderen Lebensrealitäten zu begegnen. Gerade urbane Plätze bieten dafür besondere Möglichkeiten. Begegnungen entstehen spontan, Gesprächssituationen sind nicht vollständig planbar und die Teilnehmenden müssen sich auf das einlassen, was ihnen tatsächlich begegnet.

Als es darum ging, kreative Gesprächsanlässe zu erfinden, wurde es im Verlauf des Workshops ziemlich vielseitig. Von einer kurzen spontanen Frage, wie „Wohin des Wegs?“ über spielerische Kreidebotschaften oder Positionierungsspiele auf dem Platz oder einer mit buntem Tape auf den Boden geklebten Einladung in eine Bubble „Happiness here, step inside“ plus Seifenblasenzauber waren inspirierende Ideen zur Kontaktaufnahme mit Fremden dabei.

Die Rahmenbedingungen sind im öffentlichen Raum nie optimal, aber das macht so ein Experiment auch spannend und entspricht den Erfahrungen, die wir im Alltag machen, viel mehr als ein Workshop im Seminarraum. Es wäre toll, wenn einige der kleinen Gespräche oder Interaktionen noch eine Weile bei den Teilnehmenden und den angesprochenen Passant:innen nachwirken!