Für die Evangelische Akademie Thüringen schreibt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland zum 1. März 2019 folgende Stelle aus:
Assistenz der Akademieleitung
Arbeitsort ist das Zinzendorfhaus in Neudietendorf; die Stelle ist befristet auf 2 Jahre und hat einen Beschäftigungsumfang von 50 % (20 Wochenstunden).
Die Aufgaben der Assistenz umfassen die Unterstützung der Studienarbeit, die organisatorische Mitvorbereitung und Durchführung von Tagungen und Veranstaltungen des Akademiedirektors im Bereich Theologie, Demokratische Zivilgesellschaft und Geschichte sowie Unterstützung der Geschäftsführung.
Bewerben kann man sich bis zum 24.02.2019 per E-Mail an Bewerbung@ekmd.de oder schriftlich an das Landeskirchenamt der EKM, Referat A4, Postfach 800 752, 99033 Erfurt.
Alle wichtigen Infos (wie Anforderungen, Voraussetzungen, Aufgabenbeschreibung, Vergütung, Bewerbung) finden sich in der Stellenausschreibung als Download.
In der dunklen Klosterkirche St. Afra in Meißen wandeln dunkle Gestalten stumm umher, jede mit einem Teelicht in der Hand. Vorsichtig erkunden sie die dunkle Kirche und den Kreuzgang des Klosters. Flackernd fällt der Kerzenschein auf 800 Jahre alte Mauern, auf Epitaphe und Kirchenbänke. Im Chor der Kirche beginnt eine Stimme zu singen: „Laudate omnes gentes…“. Nach und nach fallen weitere Stimmen ein, die Gestalten sammeln sich und das gemeinsame Gebet beginnt.
Am Mittwochabend, 23. Januar 2019, markierte diese Andacht in der Klosterkirche St. Afra den Mittel- und zugleich Höhepunkt einer spannenden Woche für die politische Jugendbildung der Akademie. In der vierten Woche des taufrischen Jahres findet traditionell die Jahreskonferenz der Evangelischen Trägergruppe für politische Jugendbildung (et) statt. Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich der bundesweite Zusammenschluss all derjenigen, die bei den Evangelischen Akademien und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej) in der politischen Jugendbildung arbeiten. Im historischen Kloster St. Afra tauschten sich die Mitglieder der Trägergruppe über anstehende Projekte aus, fassten Beschlüsse über die Schwerpunktsetzung der et und reflektierten die gemeinsamen Aufgaben. „Es ist jedes Jahr wieder großartig, mit allen Kolleginnen und Kollegen ins neue Jahr zu starten: Das gibt Energie und macht Lust auf die anstehenden Projekte“, beschreibt Dr. Annika Schreiter.
Ein thematischer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der politischen Situation in Sachsen im Superwahljahr 2019. In einer Exkursion nach Dresden wurden verschiedene Projekte und Arbeitsstellen der politischen (Jugend-)Bildung besucht, wie die LAG Jungen- und Männerarbeit oder die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus. „Die Jahreskonferenz bietet so zusammen mit dem kollegialen Austausch stets auch gute inhaltliche Impulse und Einblicke in neue Arbeitsbereiche und Themen“, sagt Jan Grooten.
Am 25. Januar hatte Thüringen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in den Landtag geladen. Eingefunden hatten sich Überlebende der Konzentrationslager und eine Schulklasse, Vertreter von Politik und Justiz, der Rabbiner der jüdischen Landesgemeinde Thüringens Alexander Nachama, deren Vorsitzender Reinhard Schramm sowie Vertreter der christlichen Kirchen.
Nach einem Streichquartett von Prokofiew begrüßte die Präsidentin des Thüringer Landtags Birgit Diezel die Gäste. „Es gibt keinen Schlussstrich unter das Erinnern“, betonte sie in ihrer Rede. Anschließend sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow mit Blick auf die jüdischen Überlebenden, man könne Israel an der einen oder anderen Stelle politisch kritisieren. Aber der Staat Israel selbst dürfe nicht infrage gestellt werden.
Gerahmt von zwei weiteren Musikstücken hielt Prof. Götz Aly dann die Gedenkrede. Darin nahm der Historiker wiederholt Bezug auf Aussagen von AFD-Politikern. Alexander Gauland hatte vom Stolz auf die Leistungen deutscher Soldaten im zweiten Weltkrieg gesprochen. Aly meinte, er verspüre – angesichts der Gräueltaten der Wehrmacht – keinen Stolz. In Bezug auf den Verweis Gaulands auf deutsche Kultur – auf Goethe, Bach und Thomas Mann – erwiderte Aly: Es hätten gerade auch hochgebildete, feinsinnige Männer und Frauen mit den Nationalsozialisten kollaboriert – in einem „Bündnis von Mob und Elite“. Und dazu weiter: „Wenn deutsche Hochkultur derart missbraucht werden konnte, dann bleibt für immer Skepsis geboten.“ Auch auf das „Entjudungsinstitut“ der evangelischen Kirchen im 3. Reich in Eisenach ging Aly ein und titulierte es als „Verbrecherinstitut“.
Einmal sprach der Historiker Björn Höcke direkt an. Bei diesem werde aus Nationalsozialismus und Volksgemeinschaft „solidarischer Nationalismus.“ Das Publikum applaudierte am Ende von Alys Rede stehend. Björn Höcke blieb sitzen und rührte keine Hand.
„Haben Sie mal darüber nachgedacht, was Jesus und Luther wohl zu Twitter und Social Media gesagt hätten?“ Die Frage aus dem Plenum ließ Podiumsgäste und Publikum am Mittwochabend, 16. Januar, in den Rosensälen schmunzeln. „Ich kann nur mutmaßen“, entgegnete Dr. Karsten Kopjar, Social Media Koordinator der EKM. „Aber ich vermute, sie fänden beide gut, wenn das Evangelium überall verbreitet wird.“
Der Ökumenische Beirat Kirchen und Hochschulen in Jena hatte eingeladen unter dem Titel: „Online oder Offline: Wo liegt die Zukunft der Kirche?“ Dr. Annika Schreiter, Studienleiterin der Ev. Akademie Thüringen, moderierte das Gespräch zwischen Dr. Karsten Kopjar, Willi Wild, Chefredakteur der Mitteldeutschen Kirchenzeitung Glaube + Heimat, und Prof. Dr. Tobias Rothmund, Medienpsychologe an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
„Die Zukunft der Kirche ist analog!“ bezog Willi Wild zu Beginn eines spannenden Podiumsgesprächs deutlich Position. „Wenn es um Gemeinschaft geht, ist der persönliche Kontakt alternativlos“, begründete er seine Position. Gleichwohl hob er den hohen Gebrauchswert von Online-Medien hervor, der sich z.B. für die Organisation der Gemeindearbeit ergibt, und verwies auf das Gemeindebriefportal, das Gemeindebriefe vor Ort crossmedial mit der überregionalen Kirchenzeitung vernetzen möchte. Eine andere Position nahm Dr. Karsten Kopjar ein. Wenn Kirche nah an den Menschen sein und viele ansprechen möchte, muss sie auch online Möglichkeiten schaffen, die klassische kirchliche Angebote ergänzen. Der Erprobungsraum der Online-Kirche der EKM versucht hier neue Wege zu gehen und im Internet einen Kirchturm zu setzen sowohl für Kirchenverbunde als auch für Leute, die geistliche Angebote suchen, aber mit Kirche zunächst wenig anfangen können. Einen Blick von außerhalb der kirchlichen Filterblase warf Prof. Dr. Tobias Rothmund auf das Thema, da sein Forschungsgebiet die politische Kommunikation ist. Doch sehen Kirche und Politik sich mit ähnlichen Herausforderungen angesichts der Digitalisierung konfrontiert wie dem Kampf um Aufmerksamkeit in einer wachsenden Informationsflut, dem Anspruch der ständigen Erreichbarkeit oder der Personalisierung im Netz. Im Gespräch wurde klar: Die Zukunft der Kirche liegt nah bei den Menschen und in der Verkündigung von Gottes Wort, egal ob online oder offline. Denn Gottes Geist weht ohnehin, wo er will – Gott sei Dank!
Im Dezember kam der Bundesausschuss „Erwerbslosigkeit, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik“ turnusgemäß zu seinem Herbsttreffen zusammen – diesmal auf Einladung des Kirchlichen Diensts in der Arbeitswelt der EKM in Neudietendorf. Der Ausschuss ist ein bundesweiter Arbeitskreis des Kirchlichen Diensts in der Arbeitswelt (KDA), in dem Vertreterinnen aller Landeskirchen mitarbeiten. Holger Lemme, Referent für den KDA in der EKM, wurde auf der Sitzung zum neuen Sprecher des Bundesausschusses gewählt.
Die Referentinnen und Sozialsekretäre aus ganz Deutschland haben auf der Sitzung das Thema „Soloselbständigkeit“ abgeschlossen. Dazu hatte der Bundesausschuss im vergangenen Jahr eine Stellungnahme „Schwieriges Solo“ veröffentlicht sowie das Themenfeld mit Veranstaltungen und in den Sozialen Medien bearbeitet. Im kommenden Jahr soll der Fokus auf die Frage der sozialen Sicherung in Zeiten von hoher Beschäftigung und Populismus gerichtet werden.
Getreu der „Option für die Schwachen“ befasst sich der Bundesausschuss mit den Schattenseiten des Arbeitsmarkts, so z.B. prekärer Beschäftigung, dem Niedriglohnsektor oder Arbeitslosigkeit. Zu den Veröffentlichungen des Bundesausschusses zählen die Stellungnahmen zur „Hartz-IV-Ökonomie“ und über „Einfache Arbeit“.
Jedes Jahr Anfang Januar treffen sich alle kirchlichen Jugendmitarbeiterinnen und -mitarbeiter der Region zur Ökumenischen Fachkonferenz Jugendarbeit in Bad Blankenburg – in diesem Jahr unter dem Motto „Raus mit der Sprache“. Am Mittwoch, 09. Januar, standen Sprache und Online-Medien im Mittelpunkt. Dr. Annika Schreiter von der Ev. Akademie Thüringen gestaltete einen Workshop zu einer sprachlichen Schattenseite des Internets. „Troll dich! HateSpeech im Netz“ lautete der Titel.
HateSpeech, zu Deutsch Hassrede, bezeichnet herabwürdigende Sprache, die Hass gegen eine bestimmte Gruppe vermittelt. Sie ist somit ein Ausdruck gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, was sie von Cybermobbing oder einer Beleidigung unterscheidet. Hass gehörte bei vielen interaktiven Online-Medien wie Foren, Sozialen Netzwerken oder Messageboards leider schon immer zur Kultur. Ein Blick in die aktuelle JIM Studie 2018 verrät, dass knapp zwei Drittel aller 12- bis 19-Jährigen in Deutschland damit in Kontakt gekommen sind und sie meist ignorieren. Neben dieser Strategie wurden im Workshop weitere besprochen, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen. Zum einen kann Hass im Netz mit sachlicher Gegenrede begegnet werden. Dies funktioniert aber nur, wenn es Argumente zum Entkräften gibt. Weiterhin können stattdessen auch positive Botschaften entgegengesetzt werden, um das Meinungsklima zu verbessern. Im großen Stil versuchen so etwas zum Beispiel Bewegungen wie #ichbinhier bei Facebook. Eine weitere Strategie ist Humor, um Hassbotschaften den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies funktioniert vor allem als Erleichterungsstrategie, ist aber keine Lösung der Situation. Ein weiteres Mittel, insbesondere in der Jugendarbeit und wenn Hassrede von persönlich Bekannten stammt, ist die persönliche Ansprache der Verursacher. Als letztes Mittel ist es möglich, dafür zu sorgen, dass Hassrede gelöscht oder gesperrt wird. Dies geht allerdings nur in eigenen Online-Angeboten oder wenn die jeweiligen Betreiber auf Meldungen adäquat und zeitnah reagieren.
Weitere Informationen und schnelle Hilfe zum Thema bietet das Helpdesk der Neuen Medienmacher.