Evangelische Akademie Thüringen

Veranstaltungen 2015

26. Februar 2015
Augustinerkloster zu Erfurt

Erinnerungskultur und/oder kritisches Geschichtsbewusstsein?

Augustinerdiskurs

Das Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus steht vor Umbrüchen: Es gibt nur wenig Überlebende des NS-Terrors, die noch öffentlich auftreten können, die „Erlebnisgeneration“ ist im hohen Alter angelangt. In der Bildungsarbeit sind wir mit Jugendlichen konfrontiert, die keinerlei direktes biografisches Band zur NS-Zeit besitzen. Sie haben aber auch schon keine Erinnerungen mehr an die DDR. Zugleich sind sie mit ganz anderen Zukunftsfragen in einer global vergesellschafteten Welt konfrontiert. Was bedeutet das für die die  Beschäftigung mit der Geschichte beider deutschen Diktaturen in ihrer Unterschiedlichkeit? Welche Konzepte der historischen Auseinandersetzung brauchen wir und was folgt daraus für die Bildungsarbeit? Verfestigt sich eine ritualisierte Erinnerungskultur oder gelingt es, kritisches  Geschichtsbewusstsein  wachzuhalten, das historische und gesellschaftliche Prozesse differenziert wahrnimmt und zur Demokratie- und Menschenrechtsbildung beitragen kann?

Programm

19.00
Begrüßung und Einführung

19.15 Impulsvortrag
Die Zukunft des Erinnerns. Perspektiven für die Aufarbeitung der doppelten Diktaturerfahrung
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Stiftungsdirektor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

19.45 Podium
Christian Dietrich, Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Stiftungsdirektor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der CDU
Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
Moderation: Prof. Dr. Michael Haspel, Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen

21.00
Fortsetzung der Gespräche im informellen Rahmen

Tagungsleitung