Evangelische Akademie Thüringen

Veranstaltungen 2015

06. – 07. März 2015
Zinzendorfhaus Neudietendorf

Weniger ist mehr?

Wie wir im 21. Jahrhundert arbeiten werden

Kürzer arbeiten? Im Laufe des 20. Jahrhunderts war in Europa ein Trend zu kürzeren Arbeitszeiten festzustellen: von der 60-Stunden-Woche um 1900 bis zu knapp unter 40 Stunden in den 90er Jahren. Zuletzt schien diese Entwicklung in Deutschland gestoppt. Doch nun steht die Frage wieder auf der Tagesordnung. Denn die Generation Y ist in das Berufsleben  eingetreten und hinterfragt offen die Konventionen der Arbeitswelt. Sie setzt auf Bildung, auf  Teamarbeit statt Hierarchien und fordert neue Modelle zur Vereinbarung von Beruf und Privatleben. Flexible Familienarbeitszeiten erleben steigende Zustimmung.

Doch angesichts des sich vollziehenden demographischen Wandels gibt es auch skeptische Stimmen. Denn zukünftig dürfte die Nachfrage nach Arbeitskräften steigen: Die jetzt aus dem Arbeitsleben ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge überschreiten die Anzahl der  Berufseinsteiger deutlich. Unternehmen klagen schon heute, dass es schwieriger werde, offene Stellen zu besetzen. Daher entwickeln sie Strategien, ihren Fachkräftebedarf langfristig zu sichern. Auch über verlängerte Lebensarbeitszeiten wird nachgedacht und die Rente mit 69 oder 70 debattiert.

Ist eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung also ein Zukunftsmodell? Welche Möglichkeiten sind mit ihr verbunden, und welche Grenzen hat das Konzept? Oder werden die absehbaren  demographischen Entwicklungen eher zu längeren Arbeitszeiten führen? Welches Potenzial liegt in der Arbeitszeitfrage, gegebenenfalls regional unterschiedliche Wege zur Überwindung der Probleme des europäischen Arbeitsmarkts zu finden?

Holger Lemme, Evangelische Akademie Thüringen
Undine Zachlot, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Rolf Düber, Deutscher Gewerkschaftsbund
Bernadette Branzk, Katholische Arbeitnehmerbewegung

Programm

  • Dr. Steffen Lehndorff:
Arbeitszeitregulierung per Gesetz! Erfahrungen aus Frankreich und Anregungen für Deutschland (Aufsatz in: Richard Dietje et al. (Hrsg.): Kämpfe um Zeit; Rosa-Luxemburg-Stiftung; S. 62 - 68)
  • Renate Licht:
(Präsentation, pdf-Datei 605 KB)
  • Dr. Ralf Schmucker:

(Präsentation, pdf-Datei 1 MB)
  • Christian-Friedrich Lohe:
(Handout, pdf-Datei 895 KB)



(pdf-Datei, 360 KB)

Freitag, 6. März 2015


13.30
Anmeldung und Stehkaffee

14.00
Begrüßung und Einführung
Holger Lemme, Evangelische Akademie Thüringen

14.30
Vortrag und Diskussion
Arbeitszeitverkürzung jetzt! 30-h-Woche zur Bekämpfung der Sockelarbeitslosigkeit
Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Westfälische Hochschule, Campus Recklinghausen

16.00
Kaffeepause

16.30
Vortrag und Diskussion
Arbeitszeitregulierung – Kein Patentrezept für Wohlstand
Dr. Matthias Kreft, Verband der Wirtschaft Thüringens

17.30
World Café
„Welche Argumente sind für Sie überzeugend – und warum?“
Diskussionen in wechselnden Tischgruppen

18.30
Abendessen

19.30
Film und Dialog
„augenhöhe“: Für eine neue Arbeitswelt
Ein Film über mutige Unternehmen und Menschen, die mit Respekt und Wertschätzung auf Augenhöhe zusammenarbeiten – und die Arbeitswelt erfolgreich auf den Kopf stellen.
Philipp Hansen, Kernteam AUGENHÖHE Film und Dialog

21.00
Nach(t)gespräche in den Salons des Zinzendorfhauses

Samstag, 7. März 2015

8.00
Frühstück

8.45
Morgenandacht im Raum der Stille

9.00
Vortrag und Diskussion
Arbeitszeitpolitik in Europa. Erfahrungen aus Deutschland und anderen Ländern
Dr. Steffen Lehndorff, Universität Duisburg-Essen

10.00
Kaffeepause

10.30
Parallele Arbeitsgruppen

1. Was sind familienfreundliche Arbeitszeiten?
Weniger Stunden oder flexiblere Zeiten?
Impuls: Renate Licht, DGB Thüringen
Moderation: Eva Nagler, Friedrich-Ebert-Stiftung

2. Generation Y: Was erwarten wir vom Arbeitsleben?
Impuls: Denny Möller, ver.di Thüringen
Moderation: Bernadette Branzk, Katholische Arbeitnehmerbewegung

3. Enkeltauglich und planetenkompatibel: Wie gestalten wir zukunftsfähige Arbeits- und Lebensstile?
Impuls: Philipp Hansen, Kernteam AUGENHÖHE Film und Dialog
Moderation: Undine Zachlot, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

4. In der Praxis dann doch länger? Erhebung zur Arbeitszeit 2014 aus dem DGB-Index Gute Arbeit
Impuls: Dr. Rolf Schmucker, Institut DGB-Index Gute Arbeit Berlin
Moderation: Rolf Düber, DGB Bezirk Hessen-Thüringen

12.00
Abschluss- und Ergebnisdiskussion im Plenum
Moderation: Holger Lemme, Evangelische Akademie Thüringen

12.30
Mittagessen und Ende der Tagung

Tagungsleitung