Evangelische Akademie Thüringen

Veranstaltungen 2013

07. Februar 2013
Augustinerkloster zu Erfurt

Wie tolerant ist das Christentum?

Philosophisches zur Spannung zwischen Wahrheitsanspruch und Toleranz

 „Reformation und Toleranz“ ist das diesjährige Jahresthema der Reformationsdekade. Das Evangelische Augustinerkloster zu Erfurt, die Evangelische Akademie Thüringen und die „DenkWege zu Luther“ laden von Februar bis November 2013 zur Veranstaltungsreihe „Augustinergespräche zu Reformation und Toleranz“ ins Augustinerkloster zu Erfurt ein.

Den Auftakt zur Reihe bildet der Vortrag „Wie tolerant ist das Christentum? Philosophisches zur Spannung zwischen Wahrheitsanspruch und Toleranz“ von Dorothea Höck, Studienleiterin der Evangelischen Akademie Thüringen und Projektleiterin der „DenkWege zu Luther“. „Die Reformationszeit ist nicht als das goldene Zeitalter der Toleranz bekannt“, gibt Studienleiterin Höck zu bedenken. „Vor wenigen Tagen wurde im thüringischen Reinhardsbrunn eine Stele zum Gedenken an vier Frauen und zwei Männer enthüllt, die man als sogenannte „Wiedertäufer“ 1530 an diesem Ort hingerichtet hatte – unter Mitwirkung protestantischer Geistlicher. Doch es gab auch in jener Zeit freie Geister wie zum Beispiel den französischen Humanisten und Philosoph Sebastian Castellio, der den Ausspruch prägte: „Einen Menschen töten heißt nicht, eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“ Die Spannung zwischen Wahrheitsanspruch und der Forderung nach Toleranz im Christentum ist bis in die Gegenwart aktuell. In Vortrag und Gespräch sollen an diesem Abend Für und Wider beider Seiten ausgeleuchtet werden unter der Leitfrage: Wie ist es möglich, den anderen mit seinem Glauben, seinen Lebensanschauungen und Überzeugungen gelten zu lassen, ohne aufzugeben, was für mich selbst unverzichtbar ist?“, so Dorothea Höck weiter.

Programm

Flyer zur Reihe "Augustinergespräche": (685 KB)

Tagungsleitung

  • Dorothea Höck