Evangelische Akademie Thüringen

Veranstaltungen 2007

01. – 03. März 2007
Bildungs- und Begegnungsstätte am Luisenpark, Erfurt

Wir wollen (n)immer artig sein

Musik, Jugendkulturen und Politik in der DDR und heute

Die jugendlichen Musikszenen in der DDR erzählten von Leidenschaftenund Sehnsüchten, vom Abfeiern, aber auch von Konflikten mit derStaatsmacht und dem Aufeinanderprallen von unangepasstem Leben undSpießertum.
Mit Hilfe der Musik eroberten sich Jugendliche immerwieder Freiräume. Manche, wie die Punker, bezahlten dafür hohe Preise.Die Punkszene etablierte sich in der DDR ab Ende der siebziger Jahre,wurde aber bald von der Stasi observiert und unterwandert. Auf unseremSeminar kommen Zeitgenossen und Zeitzeugen zu Wort, die Punk undUntergrundmusik in der DDR nahezu vom Beginn an begleitet haben.
Undheute? Wie politisch ist Musik heute? Wie setzen sich Jugendliche überSzenen und Lebenskultur mit ihrer Umgebung auseinander?

Peter Reif-Spirek
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen,

Dorothea Höck, Jürgen Reifarth
Evangelische Akademie Thüringen

Eine Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen für Jugendliche.

Programm

Donnerstag1. März 2007


18.00 Uhr
Abendessen


19.00 Uhr Begrüßungsrunde
Dorothea Höck / Jürgen Reifarth, Erfurt
  
19.45 Uhr (N)immer artig.
Jugendszenen im Untergrund der DDR.
Thematischer Einstieg, mit Filmausschnitten aus „Flüstern und Schreien“ (DDR, 1988)
Michael Rauhut, Musikwissenschaftler, Berlin




Freitag
2. März 2007


ab 08.00 Uhr
Frühstück


9.00 Uhr
„Asozial,anarchistisch, mit ablehnender Haltung“.
Wie Punks in derDDR-Öffentlichkeit wahrgenommen wurden und wie der Staat mit ihnenumging
Einführung von Michael Rauhut



„OV Herberge“. Die Stasi und die Punk-Szene am Beispiel der Akten über den Erfurter Punker Spinne. Textarbeit mit Aktenauszügen
Dorothea Höck / Jürgen Reifarth
  
10.30 Uhr Kaffeepause
  
 Was Zeitzeugen erzählen können.
Vorbereitung des Gesprächs am Nachmittag
Dorothea Höck / Jürgen Reifarth
  
12.30 Uhr
Mittagessen


14.30 Uhr Kaffee


15.00 UhrAnarchie, Spaß und „operative Nester“.
Die DDR-Punkszene Anfang der 80er Jahre Zeitzeugengespräch mit
Spinne, Punk-Artist und wichtiger Vertreter der Thüringer Punkszene der ersten Stunde, Erfurt


18.00 Uhr
Abendbrot
  
19.30 Uhrgemeinsamer Abend, evtl. Film
  
  
Samstag3. März 2007


ab 8.00 Uhr
Frühstück


9.00 Uhr Auswertung des Zeitzeugengespräches


10.00 UhrWie politisch ist Musik heute?
Diskussion mit
Michael Rauhut,
Spinne,
Peer Wiechmann, Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, Weimar


12.00 Uhr
Mittagessen und Ende der Tagung

Michael Rauhut ist Musik- und Kulturwissenschaftler aus Berlin und ausgewiesener Fachmann für die Jugendmusikszene in der DDR. Er hat zahlreiche Bücher zur DDR-Rockgeschichte vorgelegt, darunter „Beat in der Grauzone“ über die DDR-Beatbewegung der sechziger Jahre und „Bye bye, Lübben City. Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR“ (zusammen mit Thomas Kochan).
 
Spinne (Christian Duschek) lebt in Erfurt, zählte zu den wichtigsten Vertretern der Thüringer Punkszene, organisierte Ausstellungen und Punk-Treffs in Kirchen und Privaträumen sowie in der Erfurter Kürschnergasse 7, einem damals von Punks besetzten Haus.

Tagungsleitung

  • Dorothea Höck